Bedeutung von Sexualität

Versuch einer Definition

Sexualität ist das, was wir aus ihr machen: eine teure oder billige Ware, Mittel der Fortpflanzung, Abwehr der Einsamkeit, eine Kommunikationsform, eine Waffe der Aggression (Herrschaft, Macht, Strafe, Unterwerfung), ein Sport, Liebe, Kunst, Schönheit, ein idealer Zustand, das Böse, das Gute, Luxus, Entspannung, Belohnung, Flucht, ein Grund der Selbstachtung, ein Ausdruck der Zuneigung, eine Art Rebellion, eine Quelle der Freiheit, Pflicht, Vergnügen, Vereinigung mit dem All, mystische Ekstase, indirekter Todeswunsch oder Todeserleben, ein Weg zum Frieden, eine juristische Streitsache, eine Art menschliches Neuland zu erkunden, eine Technik, eine biologische Funktion, Ausdruck psychischer Krankheit oder Gesundheit oder einfach eine sinnliche Erfahrung.

Avodah Offit – Das sexuelle Ich, 1979

Kenne dein Lustwesen

Ich frage meine Klienten gerne, wie sie sich ihre Lust als Person oder auch Tier vorstellen würden. Wie erscheint dir deine Lust vor deinem inneren Auge, wenn du sie dir vorstellst? Wie sieht sie aus, welche Kleidung trägt sie oder ist sie ganz nackt? Welchen Namen hat sie? Wie bewegt sie sich durch den Raum? Wo und wie lebt und liebt sie, in welchem ihr eigenen Reich? Wie ist der Klang ihrer Stimme? Wenn du magst, zeichne oder male dieses Wesen in dein Pleasurejournal. Oder entwerfe eine Collage aus Magazinbildern und -schnipseln. Und dann lass sie zu dir sprechen. Was möchte dir dein Lustwesen sagen? Lass dich auf ein intimes Gespräch mit ihm ein.

Das Spiel der Spiele

Verführung… Lass dir das Wort auf der Zunge zergehen… Wie schmeckt es dir? Wirst du gerne verführt? Es steckt eine gewisse Amibalenz in der Verführung, da sie oftmals mit Strategie oder Manipulation einhergeht, die auch dunklere Züge tragen kann. Ich denke hier vor allem an die Welt des Konsums oder der Politik. Die Bezauberung in der Verführung hat immer auch eine schattige Seite. Aber im erotischen, privaten Kontext gleicht die Verführung hoffentlich einem kreativen, charmanten und/oder geheimnisvollen Spiel.

Ein Lächeln kann die verführerischste Sache der Welt sein. Blicke, Handbewegungen, Körperformen oder auch nur ein Wort oder Satz.

Verführung kreist immer auch um die Frage des Begehrens. Wie inszeniert sich der*die Verführer*in als begehrenswert? Der aktive, selbstbewusste Verführer sucht Aufmerksamkeit, weiß um seine Ausstrahlung und ist gleichzeitig darauf bedacht,  eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten. Wenn du dich verführen lässt, erkennst du, ab wann du deinem Gegenüber quasi willenlos ergeben bist, dich in seinem Bann befindest? Verführung als Einladung, sich hinzugeben, sich verlocken, um den Finger wickeln und bezaubern zu lassen. Lassen wir uns darauf ein, richten wir unsere Aufmerksamkeit ganz auf einen Anderen aus, was auch etwas Hypnotisches haben kann. Ein Lächeln kann die verführerischste Sache der Welt sein. Blicke, Handbewegungen, Körperformen oder auch nur ein Wort oder Satz.

Es gibt so, so viele Arten der Verführung. Es gibt langsame, beiläufige und ein katzenhaftes Zugreifen und einiges dazwischen.

Der Verführer kann auch passiv sein, wenn er sich so gar nicht im Klaren über seine Rolle ist, sich ganz unbewusst verführerisch durch die Haare fährt oder so verführerisch melancholisch auf etwas hinblickt. Es gibt so, so viele Arten der Verführung. Es gibt langsame, beiläufige und ein katzenhaftes Zugreifen und einiges dazwischen. Es ist gut, sich über die eigenen Verführungskompetenzen bewusst zu sein. Ebenso aufschlussreich kann es sein, ein Bild davon zu haben, wovon man sich gern verführen lässt. Was und wer verführt dich besonders gut? Und warum kannst du dann ab einem gewissen Punkt nicht mehr widerstehen und willst es auch gar nicht? Die Beantwortung dieser Frage kann Teil deines Pleasurejournals sein. Und übrigens kannst du dich in der Kunst der erotischen Verführung üben, auch in meiner Liebespraxis.

Orgastische Manschette

Die orgastische Manschette. Noch nie gehört? Dann hier eine kleine Aufklärungsminute für dich: Es handelt sich dabei um eine physiologische Reaktion der Frau bei starker sexueller Erregung, die erstmals von Masters und Johnson (1966) mit physiologischen Methoden registriert werden konnte und von Volkmar Sigusch diese nette Bezeichnung erhielt. Durch eine massive Blutstauung wird der Durchmesser des äußeren Drittels der Vagina manschettenförmig bis um die Hälfte verringert, was sich auch für den Penis beim Geschlechtsverkehr sehr schön anfühlt, da es enger wird. Beim Orgasmus kommt es regelmäßig zu 3 bis 15 Muskelkontraktionen in diesem Bereich. Die Anzahl, Dauer und Stärke der Kontraktionen sind Indikatoren für die subjektiv empfundene Intensität des Orgasmus. Und hej, Männer, ihr könnt diese orgastische Manschette spüren (lernen)! – und damit den Orgasmus eurer weiblichen Gespielin. Je empfindsamer der Penis und die innere Einstellung eines Mannes, desto besser ist das übrigens möglich.

Und wie immer gilt: willst du mehr darüber wissen, trau dich und frag mich einfach.

Männer, ihr könnt diese orgastische Manschette spüren (lernen)! – und damit den Orgasmus eurer weiblichen Gespielin.

Die Sprachen der Liebe

Heute schon in Liebe gesprochen?

Ich liebe Dich.*

Es gibt so viele Sprachen, in denen wir unsere Liebe ausdrücken können. Der Klassiker besteht aus drei einfachen Worten, bekundet unsere tiefen Gefühle und ist, wenn er nicht nur so daher gesagt kommt, echtes Beziehungsgold.

Worte der Wertschätzung

Allgemein können Worte, liebevolle und wertschätzende, eine magische Wirkung haben: sie können zum Dahinschmelzen schön sein, tiefe Eruptionen in uns auslösen, unser Geschlecht zum Zittern bringen, die Sonne in uns erstrahlen lassen.

„Es ist so schön, dass es Dich gibt auf dieser Welt.“

„Nur Du. Nur Dich möchte ich auf diese Weise spüren.“

„Danke, dass Du mit mir zusammen das Abenteuer offene Beziehung lebst.“

„Mit Dir ist meine Welt noch einmal schöner.“

Aber wir sprechen und verstehen alle noch andere Sprachen der Liebe und jeder Mensch favorisiert die ein oder andere mehr. Du sagst deinem Lieblingsmenschen oft „Ich liebe dich“ oder „Ich bin so froh, dass es dich gibt“, aber du spürst, dass er darauf emotional weniger zu reagieren scheint, als zum Beispiel auf eine zärtliche Berührung ganz ohne Worte? Dann kann es sein, dass seine*ihre bevorzugte Liebessprache eine andere ist. Denn Worte sind nur eine Möglichkeit, Liebe auszudrücken.

„Die Sprachen der Liebe“ weiterlesen

Dein sexuelles Tattoo

In deiner bisherigen sexuellen Biografie wirst du eventuell einem Menschen begegnet sein, der dir ein neues Terrain im Sexuellen eröffnet hat. Einem Menschen, der in deinen Augen eine besondere sexuelle Ausstrahlung hat(te). Oder jemand, bei und mit dem du zum ersten Mal etwas Sexuelles erlebt hast, dass dich in eine neue Sphäre katapultierte? Oder mit dem du schlicht eine wesentliche Erkenntnis verbindest, was dein Sexualleben betrifft? Oder mit dem du eine besondere Fantasie ausleben konntest? Vielleicht handelt es sich bei dieser Person auch um eine imaginäre, aus einem Film oder Buch? Diese Person hat ihre feste Spur in deiner Lovemap hinterlassen, wie ein sexuelles Tattoo ist das, was du mit diesem Menschen verbindest, in dir eingeschrieben und bestimmt eventuell noch heute maßgeblich, wie du sexuell liebst und begehrst.

Was bedeutet Cuckolding?

Mit Cuckold wird ein Mann bezeichnet, der Lust daraus schöpft, wenn seine Partnerin intimen Kontakt zu anderen Männern pflegt. In einer Beziehung mit einem Cuckold hat eine Frau also einen oder mehrere Liebhaber oder One-Night-Stands, während ihr Mann zumeist voyeuristisch am Sex beteiligt ist. Cuckolds sind wohl überwiegend devot veranlagt, d.h. der Mann genießt es, von seiner Frau dominiert zu werden. Gerne lässt er sich von seiner Partnerin fesseln und knebeln, bevor sie mit einem anderen Mann Sex hat. Die Liebhaber der Frau werden von beiden gemeinsam oder nur von ihr allein ausgewählt. Ein Cuckold kann es sehr genießen, mit seiner Frau zusammen entsprechende Dessous, Schuhe, Parfüm etc. für das Sex-Date auszuwählen. Ein Cuckold kann jedoch auch dominant veranlagt sein, indem er seine Frau anderen Männern aktiv ‚anbietet‘. Sicherlich gibt es auch weibliche Cuckolds in beiden Ausprägungen.